Delegationen aus vier EU-Ländern lassen sich im Schweizer Nationalpark zu nachhaltigem Tourismus inspirieren

Artikel, 14.09.2023

Die Schweiz verfügt über Expertise zu Nationalpärken, nachhaltigem Tourismus und Schutz der Biodiversität. Diese teilt sie mit Partnerstaaten des zweiten Schweizer Beitrags. Vor diesem Hintergrund organisierte das SECO zusammen mit Partnern eine Studienreise für Expertinnen und Experten aus Bulgarien, der Slowakei, Tschechien und Estland.

Die Delegation der Studienwoche in der Schweiz: Vertreterinnen und Vertreter vom SNP, SECO, DEZA zusammen mit Expertinnen und Experten aus Bulgarien, der Slowakei, Tschechien und Estland.
Die Delegation der Studienwoche in der Schweiz: Vertreterinnen und Vertreter vom SNP, SECO, DEZA zusammen mit Expertinnen und Experten aus Bulgarien, der Slowakei, Tschechien und Estland. © SNP

Zu nachhaltigem Tourismus in und rund um Nationalparks und in Schutzgebieten kann die Schweiz mit ihren rund 20 Pärken Erfahrungen und Fachwissen anbieten. Dies stösst in Mittel- und Osteuropa auf Interesse: Bulgarien, die Slowakei, die Tschechische Republik und Estland verwenden einen Teil der Mittel des zweiten Schweizer Kohäsionsbeitrags, um nachhaltigen Tourismus zu fördern, ihre National- und Regionalparks besser zu managen und die Biodiversität zu schützen.

An einer vom SECO und dem Schweizerischen Nationalpark organisierten Studienreise nach Zernez, Bern und Birmensdorf stellten führende Akteure aus Verwaltung, Wissenschaft, Umweltschutz und Wirtschaft die jüngsten Schweizer Erkenntnisse und Forschungsergebnisse vor. Sie veranschaulichen an praktischen Beispielen Management und Aktivitäten von und in Schweizer Pärken und zeigten Wege zwischen Touristenströmen und Naturschutz – und deren Grenzen auf.

Grundsteine für Schweizer Partnerschaften legen

Die Schweiz unterstützt im Rahmen des Schweizer Beitrags mit ihrer Expertise die Partnerstaaten, die Programme zu konzeptualisieren und umzusetzen. Die Studienwoche in der Schweiz ermöglichte es den Delegationen, sich mit Schweizer Expertinnen und Experten zu vernetzen und den Grundstein für weiteren Austausch oder längerfristige Partnerschaften zu legen. Lernen von Kolleginnen und Kollegen war ein wichtiger Pfeiler der Studienwoche, so auch der direkte Austausch zwischen den Besuchsdelegationen. Diese umfassten Verantwortungsträgerinnen aus Umweltministerien, Leiter von Nationalparks und weitere Spezialistinnen und Spezialisten.

Exkursion im Schweizerischen Nationalpark in Zernez.
Exkursion im Schweizerischen Nationalpark in Zernez. © SNP

Abkommen mit allen 13 Partnerstaaten im Kohäsionsbereich unter Dach

SECO und DEZA setzen den Kohäsionskredit des Bundes über 1,102 Mrd. CHF bis 2029 gemeinsam um. Der Beitrag an 13 EU-Mitgliedsländer ist eine Investition in Sicherheit, Stabilität und Wohlstand in Europa. Er zielt darauf ab, den Zusammenhalt zu stärken sowie wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten zu verringern. Mit dem Schweizer Beitrag stärkt und vertieft die Schweiz die bilateralen Beziehungen zu den EU-Partnerländern und zur EU als Ganzes.

Der Inhalt der konkreten Programme und Projekte wurde zwischen der Schweiz und dem jeweiligen Partnerland ausgehandelt. Ab Mitte September besteht mit allen 13 Partnerstaaten der Kohäsion die notwendige Basis, die vereinbarten Programme im Detail zu erarbeiten und bis 2029 umzusetzen. 

Artikel, 13.12.2023

Das Kooperationsprogramm Schweiz–Polen, das Teil des zweiten Schweizer Beitrags an ausgewählte EU-Mitgliedstaaten ist, wurde am 12. Dezember 2023 in Warschau offiziell lanciert. Über 300 Vertreterinnen und Vertreter polnischer Städte, aus der Forschungs- und Innovationsgemeinschaft, der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft nahmen an dem Anlass teil.

Das Foto zeigt Vertreterinnen und Vertreter aus der Verwaltung und Wissenschaft auf dem Panel. Sie diskutieren über das schweizerisch-polnische Programm «Forschung und Innovation».
Panel Diskussion zum Programm «Forschung und Innovation» im Rahmen des Eröffnungsevents. © DEZA/SECO

Mit der Lancierung geht eine intensive 18-monatige Vorbereitungsphase für das neue Kooperationsprogramm Schweiz–Polen zu Ende. Bis 2029 wird die Schweiz Polen mit über 320 Millionen Franken unterstützen. Ziel ist es, wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten zu verringern, die bilaterale Zusammenarbeit zu fördern und den Wissensaustausch voranzutreiben.

«Das Kooperationsprogramm Schweiz–Polen wurde gemeinsam entwickelt, um für die polnischen Bürgerinnen und Bürger langfristig positive Veränderungen herbeizuführen und gleichzeitig die Bande zwischen unseren zwei Ländern zu stärken. Es soll dauerhafte Partnerschaften ermöglichen und die Entstehung gemeinsamer innovativer Lösungen für eine bessere Welt begünstigen», sagte Botschafter Fabrice Filliez bei seiner Eröffnungsrede.

Den Teilnehmenden wurde aufgezeigt, welche Finanzierungsmöglichkeiten sich in den kommenden Jahren in Polen bieten werden. Ausserdem gab es Gelegenheit zum Networking und zum Austausch von Ideen mit Blick auf die bevorstehende Einreichung von Projektvorschlägen. Der Schweizer Beitrag wird in Polen in zwei Programme fliessen:

Stadtentwicklung

278,7 Millionen Franken gehen an benachteiligte mittelgrosse Städte in Polen, die mit negativen Trends und Herausforderungen unterschiedlicher Art konfrontiert sind. Angegangen werden sollen deren strategischen Bedürfnisse. Lokale Behörden ausgewählter Städte erhalten dazu Unterstützung bei der Ausarbeitung und Umsetzung langfristiger Stadtentwicklungsstrategien, wobei sie eng mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft zusammenarbeiten werden. Diese Städte sollen inklusive und attraktive Orte zum Leben und Arbeiten werden. Das Programm zielt ausserdem darauf ab, einen Austausch und Partnerschaften mit Schweizer Städten aufzubauen.

Forschung und Innovation

35 Millionen Franken werden in Zusammenarbeit mit Schweizer und anderen internationalen Partnern zur Stärkung der Forschungsexzellenz sowie der Innovationskapazitäten polnischer Forschungsinstitute und des Privatsektors eingesetzt. Das Programm bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte sowohl in Grundlagen- als auch in anwendungsorientierter Forschung.

Die Aufforderung zur Einreichung von Projektvorschlägen für das Stadtentwicklungs- und das Grundlagenforschungsprogramm soll im Januar 2024 veröffentlicht werden. Für die anwendungsorientierte Forschung ist die erste Publikation für den Frühling 2024 geplant.

Weitere Informationen und Neuigkeiten zur Eingabe von Projektvorschlägen finden Sie auf der offiziellen Website des Kooperationsprogramms Schweiz–Polen.